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Happy Birthday! 200 Jahre Theater Aachen

Ein Haus, das Generationen bewegt: Das Theater Aachen feiert rundes Jubiläum.

Happy Birthday! 200 Jahre Theater Aachen

Im Herzen von Aachen, wo die große Geschichte der Stadt mit der langen Geschichte der Kunst verschmilzt, steht als Sinnbild dieser Verschmelzung das Theater Aachen als ein lebendiges Zeugnis künstlerischen Schaffens und kultureller Entfaltung. In diesem Jahr feiert das Theater Aachen ein bemerkenswertes Jubiläum: 200 Jahre Theatergeschichte, die von Leidenschaft, Kreativität und unvergesslichen Momenten geprägt ist, von unzähligen Menschen, die in diesem Haus Tag für Tag ihre Leidenschaft und ihr Herzblut eingebracht haben. Über die Jahre hinweg wurde an seiner Substanz gerüttelt, wurde es wiederaufgebaut, erweitert und modernisiert. Doch immer blieb es ein Ort der Inspiration und der künstlerischen Entfaltung und hat sich im Laufe der Jahre als ein kulturelles Zentrum etabliert, das nicht nur die Aachener:innen, sondern auch überregionale Besucher:innen anzieht. Mit einer Vielzahl von herausragenden Inszenierungen in Musiktheater und Schauspiel, aber auch bedeutenden Diskursen hat das Theater stets ein breites Publikum angesprochen.

Es ist ein einzigartiger Ort, der auch ein Raum für Dialog, Reflexion und Gemeinschaft ist. Die Jubiläumsfeierlichkeiten werden daher nicht nur ein Rückblick auf die beeindruckende Geschichte des Theaters sein, sondern auch ein Ausblick auf die kommenden Jahrzehnte. „Es ist eine Geschichte, die weitergeht, ein Versprechen, das neu gegeben wird“, so Generalintendantin Elena Tzavara. Ein Ort für alle – lasst uns feiern!

Die klassizistische Fassade des Theater Aachen

Eine Geschichte, die Erfolg verspricht

Die Aachener Theatergeschichte hat ihren Ursprung bereits im Jahr 1751 mit dem ersten öffentlichen Theater, dem städtischen Komödienhaus am Katschhof. Nachdem es hier für die vielen Kur- und Badegäste und deren Unterhaltungslust zu eng geworden war, wurde auf dem Grundstück eines ehemaligen Kapuzinerklosters am 16. November 1822 der Grundstein für eine neue Ära von Theater in Aachen gelegt. Es war der amtliche Architekt Johann Peter Cremer, der den klassizistischen Theaterbau entwarf, der von Staatsbaumeister Karl Friedrich Schinkel noch mit kleinen Änderungen versehen wurde. Ein Tempel der Musen des Apollon – so in etwa lautet die Inschrift im Giebelfenster des Hauptportals. Ein Tempel, der nicht nur „Eingeweihten“ offenstehen, sondern ein Ort für alle Menschen sein soll: Und das seit der großen Eröffnung am 15. Mai 1825 – nach nur zweieinhalb Jahren Bauzeit – mit der Oper „Jessonda“ von Louis Spohr. Die Feierlichkeiten rund um das Jubiläum, die schon die gesamte Spielzeit 24.25 begleiten, erreichen ihren Höhepunkt auf den Tag genau am 15. Mai 2025, wenn das Theater Aachen mit einer festlichen Gala im Großen Haus seinen 200. Geburtstag begeht. An diesem besonderen Abend werden alle Ensembles des Theaters – Schauspiel, Musiktheater, Opernchor und Sinfonieorchester – auf der Bühne stehen, um die Geschichte des Hauses zu würdigen und um die Vielfalt und den Reichtum des Hauses zu präsentieren. Die Gala wird von der bekannten Fernsehmoderatorin Katty Salié moderiert und verspricht ein vielfältiges künstlerisches Programm, das die Zuschauer:innen, Gäste aus der Politik und Stadtgesellschaft und langjährige Wegbegleiter:innen, Künstler:innen, Förderer und Freund:innen des Theater Aachen in seinen Bann ziehen wird.

Die Stadt wird zur Bühne

Das Jubiläum beschränkt sich aber nicht nur auf die Mauern des Theaters. Mit dem Straßenoratorium „Place Publique“, einem musiktheatralen Happening, wird das Theater Aachen in den Stadtraum hinausgehen und mit der Punk-Legende Schorsch Kamerun Kunst direkt zu den Menschen bringen. An drei Tagen im Mai verwandeln sich öffentliche Plätze in Bühnen, auf denen ein Community-Chor aus Aachener Bürger:innen eigens geschaffene Lieder des Komponisten Sebastian Schwab (nach Texten von Tim Knapper) von absurden Ereignissen, Mysterien und verborgenen Geschichten der „Öcher“ präsentiert. „Place Publique“ ist draußen und umsonst: ein ganz besonderes, persönliches Geschenk des Theater Aachen an alle Aachener:innen zu seinem Jubiläum.

Auch in der letzten Oper der Spielzeit wirft das Theater mit Giuseppe Verdis „Ernani“ den Anker aus in die Stadt. Aachen ist geschichtsträchtig, wovon nicht zuletzt der Dom im Herzen der Stadt zeugt. Dass dieser jedoch selbst zum Schauplatz eines Opernplots wurde, wissen die wenigsten! Fünf Jahre nach Eröffnung des Theater Aachen löste der berühmte Dramatiker und Autor Victor Hugo 1830 in Paris mit seinem lyrischen Drama „Hernani“ eine regelrechte Theaterschlacht zwischen Vertretern des klassischen Theaters und den Romantikern aus. Den dritten Akt dieses skandalträchtigen Dramas ließ Hugo im Dom zu Aachen spielen. 1844 arbeitete Verdi jenes Drama zu einer seiner ersten Opern um. Das Theater Aachen setzt Verdis selten gespieltes Werk mit ultimativem Aachen-Bezug auf den Spielplan und führt das Publikum für Szenen des dritten Aktes tatsächlich in den Dom. Auch die Aachener Stadtgarde Oecher Penn e.V. ist Teil dieses großen Opern-Spektakels Anfang Juni.

Ensemble-Szene auf der Bühne des Theater Aachen

Innehalten, reflektieren, träumen …

Schon seit November erforscht die DokuReihe 200 Minuten Theater Aachen im Mörgens die Geschichte und Rolle des Theaters in unterschiedlichen Zeiten. Ein heißer Tipp für alle, die sich für die Geschichte des Theater Aachen von der Kolonialzeit über die NS-Zeit bis zum Wiederaufbau interessieren! Ab September 2025 wird das Ganze erweitert durch die Ausstellungen zum 200. Jubiläum im Centre Charlemagne. Behandelt werden die wichtigsten Stationen und Ereignisse der Theatergeschichte: Von bedeutenden Inszenierungen und Persönlichkeiten, Anekdoten, Requisiten, Bühnenteilen bis hin zur Aufarbeitung der NS-Zeit. Im Couven Museum wird ergänzend die Arbeit der Kostümbildner:innen und der Kostümwerkstätten gewürdigt: Kleider im Stile des Rokoko oder des Biedermeier – historisch originalgetreu oder frei interpretiert – und viele weitere aufwendig gestaltete Kostüme werden in ihrer eigenen Ausstellung präsentiert.

Das 200. Jubiläum des Theater Aachen ist also nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch eine Gelegenheit, innezuhalten, die Bedeutung von Kunst und Kultur in unserer Gesellschaft zu reflektieren. In einer Zeit, in der die Welt sich ständig verändert, bleibt das Theater ein Ort, an dem Geschichten erzählt, Emotionen geteilt werden und Gemeinschaft entsteht. Ein Jubiläum, das kein Schlussstrich, sondern ein Doppelpunkt ist: Feiern wir gemeinsam. Hören wir zu – und vor allem: träumen wir weiter.

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