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Monschau im Wandel

Deutschlands schönste Kleinstadt zwischen Tradition und Aufbruch – ein Besuch in der Eifelperle.

Monschau im Wandel

Monschau ist weit über die Region hinaus bekannt. Mit seiner malerischen historischen Altstadt, den charmanten Fachwerkhäusern und einer lebendigen Gemeinschaft zieht die kleine Stadt in der Nordeifel Jahr für Jahr Besucher aus aller Welt an. Doch Monschau ist mehr als nur ein Touristenziel. Der Ort hat sich zu einem Vorbild in Sachen Zusammenhalt, nachhaltiger Entwicklung und wirtschaftlichem Erfolg entwickelt.

Die schönste Kleinstadt Deutschlands

„Ich bin sehr stolz auf unsere Stadt, ihre Dörfer und unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger. Dank des vielseitigen Engagements im gesamten Stadtgebiet haben wir in den letzten Wochen und Monaten – auch überregional – viel Aufmerksamkeit erregt“, erklärt Dr. Carmen Krämer, Bürgermeisterin von Monschau.

So wurde etwa die Zukunftswerkstatt in Kalterherberg mit der Ehrenamtsmedaille des nordrhein-westfälischen Landtags ausgezeichnet, nur eine von vielen Auszeichnungen für Monschauer Initiativen und Vereine. Darüber hinaus darf Monschau sich seit der Verleihung des Travelbook Award 2024 auch ganz offiziell als schönste Kleinstadt Deutschlands bezeichnen – ein Erfolg, der die Attraktivität der Region weiter gesteigert hat. Die Bürgermeisterin beschreibt den aktuellen Zustand der Kommune dann auch als herausfordernd, aber voller Chancen. Eine zentrale Rolle spielt dabei ehrenamtliches Engagement. „Der soziale Zusammenhalt hier ist etwas ganz Besonderes.“ Der demografische Wandel und die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur stellen Monschau vor komplexe Aufgaben. Dennoch herrscht ein starker Wille, gemeinsam Lösungen zu finden und die Stadt für die Zukunft zu rüsten.

Fachwerkhäuser an der Rur in der Monschauer Altstadt

Kunsthandwerk statt Massenware

Monschau lebt vom Tourismus, der für die lokale Wirtschaft unverzichtbar ist. Die historische Altstadt bietet mit ihren kleinen Manufakturen und Geschäften ein unverwechselbares Ambiente. Von handgefertigtem Schmuck über regionale Spezialitäten wie Senf und Kaffee bis hin zu einzigartigem und kreativem Kunsthandwerk – Monschau setzt auf Individualität und das Besondere. Neben Kunsthandwerkern haben sich auch einige Designerinnen und Designer sowie Künstler in Monschau niedergelassen und betreiben eigene kleine Geschäfte in der pittoresken Altstadt.

Man kann hier fast alles machen – über Vereine. Und das funktioniert nur, weil wir hier so ein tolles Ehrenamt haben.

Dr. Carmen Krämer, Bürgermeisterin von Monschau

Eine wichtige Rolle spielt außerdem die kulturelle Vielfalt der Stadt. So zieht Monschau etwa mit seinem Fotografie Forum, das auch viele internationale Ausstellungen präsentiert, Besucher aus aller Welt an. Auch die zahlreichen Veranstaltungen, wie der Weihnachtsmarkt oder Konzerte in historischer Kulisse, tragen zur Attraktivität bei. „Wir bemühen uns, ein Gleichgewicht zwischen der Förderung des Tourismus und der Wahrung der Lebensqualität für unsere Bürger zu finden“, betont Dr. Krämer. Neben dem Tourismus sind auch die lokalen Handwerks- und Industrieunternehmen bedeutende Wirtschaftsfaktoren. „Unsere Handwerkerinnen und Handwerker sind in der gesamten Region gefragt. Sie stehen für Qualität und Zuverlässigkeit. Wenn man mit offenen Augen durch Aachen oder die StädteRegion läuft, sieht man die an jeder Ecke“, so Dr. Krämer. Vor allem innovative Betriebe und Start Ups finden in Monschau ein fruchtbares Umfeld, um ihre Ideen umzusetzen.

Blick über die Dächer der Monschauer Altstadt

Wichtige Schritte in Sachen Infrastruktur und E-Mobilität

Die relative räumliche Abgeschiedenheit stellt Monschau vor besondere Herausforderungen. Genau deshalb treibt die Stadt den Ausbau nachhaltiger Mobilitätskonzepte stetig voran. Der öffentliche Nahverkehr soll ausgebaut werden, um sowohl älteren Menschen als auch jungen Familien bessere Anbindungen zu bieten. So ist die Einführung des Netliners, eines Rufbusses, der an zahlreichen Haltestellen im Stadtgebiet auf Buchung hält, ein gelungenes Vorzeigeprojekt für ländliche Kommunen. Zudem setzt Monschau auf E-Mobilität: Zahlreiche Ladestationen für Elektrofahrzeuge wurden installiert, selbst in den abgelegeneren Dörfern. Problematischer ist es da mit den Busverbindungen: „Um die Buslinien komplett auf E-Mobilität umstellen zu können, muss an der Technologie noch etwas gefeilt werden. Lange Strecken von Aachen bis nach Monschau und zurück sind aktuell noch problematisch“, zeigt sich Dr. Krämer dennoch optimistisch.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Monschau

Monschau engagiert sich aktiv für den Umweltschutz. Die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude, der Ausbau von Photovoltaikanlagen und Pilotprojekte wie das digitale Vernetzungsprogramm LoRaWan stehen auf der Agenda. Besonders beeindruckend ist die Umwandlung der ehemaligen Hauptschule in ein modernes, energieeffizientes Zentrum, das als Kita und für die Unterbringung geflüchteter Menschen genutzt wird. „Wir arbeiten daran, unsere Infrastruktur nachhaltig zu gestalten und gleichzeitig unseren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, sagt Dr. Krämer. Ein weiterer Meilenstein ist die Förderung erneuerbarer Energien in der Region. Windkraft- und Solaranlagen werden kontinuierlich ausgebaut, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Parallel dazu gibt es in Monschau und den umliegenden Dörfern viele Vereine und Initiativen, die sich dem Umweltschutz verschrieben haben, auch, um die einzigartigen Naturlandschaften rund um Monschau für künftige Generationen zu bewahren.

Eine Stadt für Jung und Alt

Monschau zieht immer wieder Menschen an, die die hohe Lebensqualität und die naturnahe Umgebung schätzen. Besonders gebürtige Monschauerinnen und Monschauer, die zum Studieren oder für eine Ausbildung vielleicht zwischenzeitlich weggezogen waren, kommen irgendwann zurück, um hier eine Familie zu gründen und ihre Kinder großzuziehen. Die Stadt bietet ein breites Spektrum an Freizeitmöglichkeiten, von kulturellen Veranstaltungen bis hin zu Sportvereinen, die sogar national und international erfolgreich sind. „Man kann hier fast alles machen – über Vereine. Und das funktioniert nur, weil wir hier so ein tolles Ehrenamt haben“, sagt Dr. Krämer. Der Tanzclub Dash, der bei den European Masters immer wieder Spitzenplätze belegt, ist nur ein Beispiel für den Erfolg lokaler Initiativen. Monschau ist aber nicht nur für junge Familien, sondern auch für Seniorinnen und Senioren sehr lebenswert. Barrierefreie Wanderwege und zahlreiche Angebote im Bereich des betreuten Wohnens sind nur einige der Aspekte, die Monschau für alle Altersgruppen attraktiv machen. „Die enge Gemeinschaft sorgt dafür, dass niemand allein gelassen wird“, erklärt die Bürgermeisterin.

Monschau in der StädteRegion Aachen

„In der StädteRegion haben wir einen bunten Strauß sehr verschieden strukturierter Kommunen, von denen jede ihre Stärken einbringt. Monschau hat da sicherlich ein sehr großes touristisches Potenzial, stellt aber auch sehr viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den großen Betrieben in Aachen, wir haben hier sehr, sehr viele Pendlerinnen und Pendler“, führt Dr. Krämer aus. Die touristische Landschaft wird sich in näherer Zukunft verändern, so die Bürgermeisterin. Ein wichtiger Schritt zur besseren Vermarktung nicht nur Monschaus, sondern der gesamten Region war demzufolge die Gründung der Rureifel-Tourismus GmbH im November 2024. Ihre Arbeit zielt darauf ab, dass die Nordeifel als Ferienregion und nicht ausschließlich als Tagesausflugsziel wahrgenommen wird. Mit an Bord sind nicht nur einige Kommunen der StädteRegion wie Simmerath, Stolberg und Monschau, sondern auch Kommunen aus dem Kreis Düren wie Nideggen und Heimbach. „Gemeinsam sind wir stärker. Diese Zusammenarbeit ist ein wichtiger Schritt, um Monschau zukunftsfähig zu machen“, betont die Bürgermeisterin.

Zukunftsweisende Projekte

Dr. Krämer hat klare Visionen für Monschaus Zukunft. Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum liegt ihr Fokus auf der Sanierung bestehender Infrastruktur. Sie sieht großes Potenzial in der Umnutzung leerstehender Gebäude, um Wohn- und Gewerbeflächen zu schaffen. Gleichzeitig möchte sie den öffentlichen Nahverkehr weiterentwickeln, um die Mobilität in der Region zu verbessern. Ein weiteres Ziel ist die Stärkung der digitalen Infrastruktur.

Schnelles Internet und moderne Kommunikationswege sind essenziell, um Monschau für Unternehmen und Bewohner gleichermaßen attraktiv zu halten. „Die Digitalisierung bietet enorme Chancen, die wir für unsere Stadt nutzen wollen“, erklärt Dr. Krämer. Fazit: „Monschau ist ein Ort, an dem Engagement wirklich gelebt wird.“ Monschau ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie eine Kleinstadt Tradition und Moderne verbinden kann. Mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit, einem starken Gemeinschaftsgefühl und visionären Projekten blickt die Stadt optimistisch in die Zukunft. Monschau ist nicht nur ein attraktives Reiseziel, sondern auch ein Ort, an dem es sich zu leben und zu arbeiten lohnt. „Das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Stadt“, betont Dr. Krämer abschließend noch einmal. Zahlreiche Initiativen, Vereine und Projekte sorgen dafür, dass Monschau ein lebenswerter Ort bleibt. Dieser Zusammenhalt wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen, um die Herausforderungen der Zeit zu meistern.

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