| Mit Herz, Humor und Haltung

Dr. Andre Freese im Interview mit dem Top Magazin Aachen

Andre Freese Top Magazin

Herr Dr. Freese, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl zum neuen Präsidenten des Aachener Karnevalsvereins! Wie haben Sie den Moment erlebt, als klar war: Jetzt bin ich der neue Präsident des AKV?

Einerseits habe ich eine große Erleichterung verspürt, da die Wochen vor der Mitgliederversammlung von zahlreichen konstruktiven aber zugleich intensiven, teils schwierigen, Gesprächen geprägt waren. Andererseits war da großer Respekt vor der Verantwortung um so einen ehrwürdigen Verein wie den AKV. Das sehr eindeutige Votum und das somit ausgesprochene Vertrauen der Mitglieder führte allerdings auch zu einer großen Vorfreude, den Verein mit einem phantastischen Team in den nächsten Jahren weiterentwickeln zu dürfen.

Der AKV ist weit über Aachen hinaus bekannt – mit Traditionen, die bis 1859 zurückreichen. Was reizt Sie persönlich an dieser Aufgabe, und welche Akzente möchten Sie als Präsident setzen?

Persönlich reizt mich zunächst, meiner geliebten Heimatstadt, die mir in meinem Leben mit ihren Menschen und ihrer Atmosphäre sehr viel ermöglicht hat, etwas zurückzugeben. Des Weiteren reizt mich die Zusammenarbeit mit einem motivierten, breit aufgestellten Team mit zahlreichen Kompetenzen und Netzwerken. Gemeinsam wollen wir unser herrliches Brauchtum, den Aachener Karneval, im Dialog mit dem Festausschuss Aachener Karneval und allen karnevalistischen Vereinen erhalten und zukunftsorientiert aufstellen.

Neben der präsidialen Rolle im Karneval leiten Sie das operative Zentrum für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie am Luisenhospital und sind dort stellvertretender Ärztlicher Direktor, ein Berufsfeld, das viel Verantwortung und Fingerspitzengefühl erfordert. Wie gelingt Ihnen der Spagat zwischen OP-Saal und Sitzungssaal?

Die Anzahl an Einsätzen im OP-Saal wird weiterhin die Einsätze im Sitzungssaal deutlich übersteigen. Ein gutes Zeitmanagement, effizientes Arbeiten und das Übertragen von Verantwortung an das gesamte Team wird diesen Spagat ermöglichen. Das ist mir persönlich als Teamplayer sehr wichtig. Nicht zu vergessen, erhalte ich auch von den Gremien und Mitarbeitenden des Luisenhospital Aachen größte Unterstützung.

Andre FreeseViele kennen Sie auch als „Dr. Sattler“ aus der Sat.1-Serie Klinik am Südring. Wie kam es dazu und wie viel von Dr. Freese steckt eigentlich in Dr. Sattler?

Da ich mir in meinem Leben immer schon die Neugierde und die Lust an Neuem erhalte, habe ich nach einer Anfrage an einem Casting teilgenommen und wurde sofort ausgewählt. Das hat mich selbst überrascht. Es waren spannende Stunden, die ich über vier Jahre erleben durfte. Aus weit über 100 Folgen nehme ich viele positive Erinnerungen an tolle Menschen und Begebenheiten mit. In Dr. Sattler (der Name basiert auf einem meiner besten Freunde, ebenfalls Arzt) stecken auf jeden Fall 100 Prozent Dr. Freese.

Im Karneval heißt es bekanntlich: „Et Hätz schleiht em Veedel“. Wie tief schlägt Ihr Herz für den Karneval und was bedeutet der Aachener Karneval für Sie persönlich?

Für mich persönlich sind die Freude und Lust am Leben und den Menschen die größte Triebfeder. Insofern schlägt natürlich mein Herz in großem Maß für den Karneval. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass Freude und Lust am Leben über 365 Tage im Jahr für jeden Menschen existent sein sollten. Mir als „Ur-Öcher“ ist der Aachener Karneval persönlich sehr wichtig, da er den menschlichen Zusammenhalt fördert und soziale Verantwortung übernimmt. Der Karneval hilft uns dabei, abzuschalten und Abstand von den komplexen Zusammenhängen und Veränderungen in der Gesellschaft zu gewinnen.

Der „Orden wider den tierischen Ernst“ ist jedes Jahr ein gesellschaftliches Highlight. Im kommenden Jahr wird Dorothee Bär ausgezeichnet. Wie blicken Sie auf diese Entscheidung und das, was der Orden symbolisch ausdrückt?

Mit Bundesministerin Dorothee Bär haben wir einen Glücksgriff! Eine faszinierende und authentische Persönlichkeit, die das Herz am richtigen Fleck trägt und vor Elan und Power nur so sprudelt. Die Frau ist bärisch jeck und verkörpert „Humor und Menschlichkeit im Amt“ wie nur wenigen Frauen und Männer in der heutigen Zeit. Insofern verdient sie den Orden ausdrücklich und wir werden sehr viel Freude und Spaß an und mit ihr in Aachen haben!

Als Arzt wissen Sie, wie wichtig Humor für die Gesundheit ist. Hilft Ihnen Ihr karnevalistisches Gemüt auch in schwierigen Situationen im Klinikalltag?

Ich würde bei mir nicht von karnevalistischem Gemüt sprechen. Ich bin generell fröhlich, optimistisch, differenziert und habe stets ein wenig Schalk im Nacken. Auf jeden Fall hilft dieses Gemüt im Klinikalltag, sowohl mir selbst in schwierigen menschlichen und medizinischen Situationen, als auch sicherlich meinen Patientinnen und Patienten, denke ich.

Abseits von Praxis, Bühne und TV: Sie sind leidenschaftlicher Golfspieler. Was gibt Ihnen der Sport – ist der Golfplatz Ihr Rückzugsort oder eher Ihr Trainingsfeld für Geduld und Präzision?

Ich liebe das Golfspielen, da es für mich dabei keinen Gegner gibt außer der eigenen Physis und Psyche. Ich nutze den Golfplatz als Rückzugsort nach stressigen Tagen, da man innerhalb von Minuten abschalten kann, aber auch als Ort, um Menschen zu treffen und deren Gesellschaft zu genießen, mit guten Gesprächen und viel Humor. Ich bin nicht immer der geduldigste Mensch, liebe aber, nicht nur als Chirurg, die Präzision. Daher kommt es gelegentlich auch zu sehr guten Schlägen.

Wenn Sie auf Ihre verschiedenen Rollen blicken – Arzt, Präsident, Schauspieler, Golfer – Was würden Sie sagen, ist das verbindende Element in all dem, was Sie tun?

Ich würde es für mich zunächst so definieren: Beruf, Ehrenamt, Freude und Lust am Leben – Hobby. Für mich vier Schwerpunkte, die mein gesamtes Leben prägen und mich als Persönlichkeit definieren und ausmachen. Insofern bin ich selbst das verbindende Element. Das macht mich übrigens auch zu einem ausgeprägten Netzwerker.

Und zum Schluss: Wie würden Sie Ihre perfekte Karnevalssession 2025/26 in drei Worten beschreiben?

Leichtigkeit, Freude, Verantwortung.

AKV Elferrat